Folge 15: Wie funktioniert ein Twistlock?

Container-Identifikation | Wer ist verantwortlich bei der Ladungssicherung? | Reibwert auf dem LKW | Eingangskontrolle Container

Folge 15: Wie funktioniert ein Twistlock?

Sigurd Ehringer - Ausbilder und Berater zur Ladungssicherung

Zum Autor:

In einer Reihe von Fachbeiträgen aus der Praxis, zu Themen rund um den Container und LKW, erhalten Sie Profiwissen aus erster Hand.
Wie sichert man Ladung korrekt und was sind die Grundlagen der Ladungssicherung?

Erarbeitet und vorgestellt werden sie von Sigurd Ehringer, Inhaber von SE-LogCon:

  • VDI-zertifizierter Ausbilder für Ladungssicherung
  • Fachbuch-Autor
  • 8 Jahre Projektmanager
  • 12 Jahre bei der Bundeswehr (Kompaniechef)
  • 20 Jahre Vertriebserfahrung
  • seit 1996 Berater/Ausbilder in der Logistik
  • 44 Jahre Ausbilder/Trainer in verschiedenen Bereichen

Folge 15: Wie funktioniert ein Twistlock?


Das Wort setzt sich aus den Wörtern „Twist“ für Verdrehen und „Lock“ für Verriegeln zusammen.

Also eine Technik, die durch Verdrehen eine Verriegelung erzeugt.

Das ist das Grundprinzip, von dem es natürlich diverse Variationen gibt.

Im konkreten Fall geht es um die Twistlocks, welche im Containerverkehr verwendet werden.


Nur die Container, welche an Deck gestaut werden, müssen mit Twistlocks miteinander verbunden werden.

Für Container im Schiffsrumpf ist das nicht erforderlich, weil sie durch die Cellguides im Stapel gehalten werden.


Bevor der Container an Deck gestaut werden kann, müssen die Twistlocks manuell von unten in die Cornercastings eingesetzt und scharf geschaltet werden.


Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Arten von Twistlocks.

Das sind zum einen die manuellen, welche stets von Hand geschlossen und geöffnet werden müssen, wie das nachfolgende Beispiel zeigt.

Sie werden häufig beim Containerstauen an Land verwendet.

Verriegelung offen

Verriegelung geschlossen


Die zweite Ausführung funktioniert halbautomatisch und kommt beim Stauen auf den Schiffen zum Einsatz.

(Quelle: https://www.navacqs.de/produkte/container-lashing-equipment/semi-automatic-twistlock-if-56/)

Die gelbe Spitze muss immer oben sein.

Der Twistlock wird manuell von unten in die Corner-Castings eingesetzt und verriegelt automatisch.


Sobald der Container auf einen anderen aufgesetzt wird und die unteren Spitzen der Twistlocks Kontakt zu den Corner-Castings bekommen, verdrehen sie sich, spannen dabei eine Feder und rutschen nach unten in den Corner-Casting.

Sitzen alle vier Twistlocks richtig im Corner-Casting, wird die Feder entlastet und sie drückt die Spitze in die Verriegelungsposition.


Zum Entriegeln muss der orangefarbene Knopf mit dem Stahlseil manuell, z.B. mit einer Stange, an allen Twistlocks herausgezogen und am Rahmen des Twistlocks arretiert werden.

Dadurch wird die Verriegelungsfeder gespannt und die Twistlockspitze dreht sich in die Entriegelungsposition.

Danach kann der Container mit dem Spreader angehoben werden.


Weil es bisher noch keine zuverlässige automatisierte Lösung gibt, müssen die Lascher bei Wind und Wetter und rund um die Uhr diese Tätigkeit ausüben.

Dazu werden sie mit einer Arbeitsbühne, die am Spreader hängt, über die Container gefahren, um die Twistlocks zu entriegeln.


Die Twistlocks sind für eine Belastung von jeweils 50 Tonnen ausgelegt und wiegen ca. 6,3kg.

Das Bild zeigt, welche enorme Belastungen die Twistlocks bei Unfällen aushalten müssen.

Quelle: TIS-GDV


Stefan KotschEinkauf - G&H GmbH Rothschenk


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