Folge 26: MSL und LC – Abkürzung mit Bedeutung

Container-Identifikation | Wer ist verantwortlich bei der Ladungssicherung? | Reibwert auf dem LKW | Eingangskontrolle Container

Folge 26: MSL und LC – Abkürzung mit Bedeutung

Manch einer kennt vielleicht den Spruch:

„Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“.

Das drückt aus, dass man hilflos und ohne Einfluss auf das Geschehen ist.


Sigurd Ehringer - SeLogCon

Zum Autor:

In einer Reihe von Fachbeiträgen aus der Praxis, zu Themen rund um den Container und LKW, erhalten Sie Profiwissen aus erster Hand.
Wie sichert man Ladung korrekt und was sind die Grundlagen der Ladungssicherung?

Erarbeitet und vorgestellt werden sie von Sigurd Ehringer, Inhaber von SE-LogCon:

  • VDI-zertifizierter Ausbilder für Ladungssicherung
  • Fachbuch-Autor
  • 8 Jahre Projektmanager
  • 12 Jahre bei der Bundeswehr (Kompaniechef)
  • 20 Jahre Vertriebserfahrung
  • seit 1996 Berater/Ausbilder in der Logistik
  • 44 Jahre Ausbilder/Trainer in verschiedenen Bereichen

Folge 26: MSL und LC – Abkürzung mit Bedeutung


Das trifft zum Teil auf den Seetransport zu. Die vermutlich ältesten Ladungssicherungsvorschriften gab es bereits in der Seefahrt.

Alles musste fest verzurrt und verstaut werden, damit die Ladung nicht verrutscht, dass Schiff instabil wird und eventuell sogar sinkt.

Da die heutigen Schiffe immer noch nach den gleichen physikalischen Grundsätzen schwimmen und sich das Meer mit seinen Erscheinungsformen Wind, Wellen und Strömungen auch mit neuester Technik nicht 100%ig richtig einschätzen lässt, muss mit Sicherheitsfaktoren gearbeitet werden.


Der CTU-Code 2015 beschreibt dies in der Anlage 7, Kapitel 2.4 im Detail.

Damit wären wir bei MSL und der LC. MSL steht für „Maximum Securing Load“ oder auch Einsatzfestigkeit und LC für „Lashing Capacity” bzw. Zurrkraft.

Die MSL entspricht der LC. Der Kürzel MSL wird überwiegend in der Seefahrt verwendet, während das Kürzel LC im Regelfall beim Landtransport benutzt wird.

Diese Kürzel repräsentieren Belastungswerte für Sicherungsmittel oder Einrichtungen, die bei der Ladungssicherung nicht überschritten werden dürfen.

Sie werden meist in KiloNewton (kN) angegeben. Die Sicherungsmittel können Seile, Ketten oder Gurte sein, aber auch Anschlagpunkte an Fahrzeugen oder Verbindungsmittel.

Die Basis für das Ermitteln der MSL oder LC ist die jeweilige Bruchkraft. Also die Kraft, bei der das Sicherungsmittel oder die Einrichtung versagt.


Hier das Beispiel für einen gebrochenen Schäkel, der eine Bruchlast von  306kN hatte und weit über die zulässige MSL belastet wurde.

Die Belastung hätte maximal 153kN betragen dürfen.


Beispiel einer Eisenstange, welche durch Dehnung eingeschnürt ist und dann abreißt.


Der CTU-Code zeigt in der Anlage 7, Kapitel 2.4.2 diese Tabelle mit den MSL-Werten für verschiedene Sicherungsmittel.

Diese Angaben basieren auf den: Richtlinien für die sachgerechte Stauung und Sicherung von Ladung bei der Beförderung mit Seeschiffen (Entschließung A.714(17)) (CSS-Code).

Das ist ein detailliertes Regelwerk mit Berechnungsbeispielen für bestimmte Ladungen. Dort wird noch ein weiterer Faktor eingeführt.

Der Sicherheitsfaktor CS (Calculated Strength) für komplexe Ladungssicherungs-Situationen, um die ungleichmäßige Verteilung der wirkenden Kräfte zu kompensieren.

Bei der Berechnung dieser schwierigen Ladungen kann er folgende Werte annehmen: 1,5 wenn keine Horizontalwinkel berücksichtigt werden, 1,35 wenn Horizontalwinkel mitgerechnet werden und der Faktor 1,2, wenn die wirkenden Kräfte im Wesentlichen bekannt sind.

Die Berechnung des CS-Wertes erfolgt, in dem die MSL durch den angenommen Faktor (1,5; 1,35 oder 1,2) dividiert wird.

Dabei sollte immer darauf geachtet werden, dass die Sicherungsmittel eine vergleichbare Dehnung haben, möglichst gleichartig sind und nicht über raue Oberflächen oder scharfe Kanten geführt werden.

Hinsichtlich der Dehnung sollten die wirksamen Längen nicht zu stark unterschiedlich sein.

Interessierte Leser können unter dem Link: https://www.tis-gdv.de/tis/ls/inhalt3-htm/ auf der Seite des TIS-GDV sich weitere Informationen holen, bzw. den CSS-Code herunterladen.

Für den normalen Verlader, der lediglich die Ladung im Container staut, sind die vorstehenden Ausführungen lediglich Hintergrundwissen, um die diversen Bezeichnungen und Abkürzungen richtig einordnen und verstehen zu können.

Ihr Sigurd Ehringer


Stefan KotschEinkauf bei Rothschenk - G&H GmbH Rothschenk


Bild Firmengebäude Rothschenk
Eine Mitarbeiterin der G&H GmbH Rothschenk näht ein Gurtband an einen Stausack.

In eigener Sache:
Rothschenk. Das sind wir.

Rothschenk ist ein Hersteller von Ladungssicherung für Überseecontainer. Im beschaulichen mittelfränkischen Aub, entwickeln, testen und vertreiben wir eigene Ladungssicherungsmittel wie Stausäcke/Staupolster, Lashing Rückhaltesysteme, Kantenschutzwinkel, Antirutschmatten, Zurrgurte und Fass-Sicherungen. Einen kleinen Einblick in unsere Produktwelt erhalten Sie in unserem Online Shop: [R] SHOP24.

Wir entwickeln für unsere Kunden, zu denen auch Großkonzerne z.B. aus der Chemie-, Getränke– und Automobilbranche gehören, indiviuelle Ladungssicherung. Daher sind wir es gewöhnt uns in unserer eigenen Forschungs- und Testabteilung neue Produkte und Lösungen einfallen zu lassen.

Wir stehen für Qualität “Made in Germany“. Nicht nur bei der Entwicklung, sondern auch bei der Herstellung. Denn wir sind der einzige Hersteller für Ladungssicherung mit einem eigenen Produktionsstandort in Deutschland. Echtes “Made in Germany” eben.


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Wir antworten natürlich zügig und professionell. Ihr Rothschenk Team.


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