Episode 24: Avoiding recourse

Container identification | Who is responsible for load securing? | Friction value on the truck | Incoming container inspection

Episode 24: Avoiding recourse

Regressforderungen sind in einem Unternehmen fast immer ein leidiges Thema,
vor allem dann, wenn sich Forderungen nicht abwenden lassen.

Was sind die Ursachen und was könnte man dagegen tun?


Sigurd Ehringer - SeLogCon

About the author:

In a series of specialist articles from the field, on topics relating to containers and trucks, you will receive first-hand professional knowledge.
How to secure cargo correctly and what are the basics of cargo securing?

They are developed and presented by Sigurd Ehringer, owner of SE-LogCon:

  • VDI certified instructor for load securing
  • Reference book author
  • 8 years Project Manager
  • 12 years with the Bundeswehr (company commander)
  • 20 years of sales experience
  • since 1996 consultant/trainer in logistics
  • 44 years instructor/trainer in various fields

Episode 24: Avoiding recourse


 

Regressforderungen passieren nicht einfach, sondern sie werden verursacht.

Das heißt, wenn ich die Ursachen kenne, dann kann ich auch etwas dagegen unternehmen. Das ist der Kern der Überlegungen.

Jeder Unternehmer sollte also in seinem Verantwortungsbereich überlegen, was könnte Regressforderungen auslösen.

Meine Erfahrungen, auf die ich eingehen möchte, stammen aus dem großen Bereich der Ladungssicherung. Sie lassen sich jedoch sinngemäß auf viele andere Situationen übertragen.

 


Wir stellen uns einmal folgende Situation vor:

The Firma Alpha ist ein Hersteller von Maschinen und Anlagen für Energieprojekte.

Ein Kunde, die Firma Bravo, hat ein größeres Projekt in der Entwicklung und dafür bei ihnen (Firma Alpha) Teile bestellt. Er hat mit dem Vertrieb ein Zeitfenster für die Lieferung vereinbart, weil die Folgearbeiten nahtlos daran anschließen sollen.

Der Einkauf fragt bei mehreren Speditionen an, was der Transport von A nach B kosten soll und er entscheidet sich für den günstigsten Anbieter, die Firma Charlie. Weil die Anlage für den Stapler zu groß und zu sperrig ist, wurde ein Kran bei Firma Delta bestellt, der sie auf den LKW heben soll. Mit dem Kranunternehmen wurde ein Zeitfenster von zwei Stunden vereinbart.

Es kommt der Tag, an dem die Teile abgeholt werden sollen.

Der LKW trifft mit Verspätung ein. Der Fahrer spricht kein Deutsch und die genaue Ursache der Verspätung lässt sich nicht klären. Alle versuchen, die Ladung so schnell als möglich zu verladen, damit der LKW vom Hof kommt.


Nach ein paar Stunden ruft die Polizei bei Firma Alpha an und verlangt den verantwortlichen Verlader am Telefon.

Der Staplerfahrer Klaus meldet sich. Die Polizei teilt ihm mit, dass der LKW auf der A9 Richtung Nürnberg kontrolliert und die Weiterfahrt untersagt wurde.

Die Ladung ist nicht ausreichend gesichert und der LKW weist erhebliche Schäden auf, welche die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Die Ladung muss für den Weitertransport umgeladen werden und außerdem erfolgt eine Anzeige wegen Verstoßes gegen §22 StVO.


Neben dem zu erwartenden Bußgeld laufen nun noch weitere Kosten auf.

Es muss ein weiterer geeigneter LKW mit entsprechender Ausrüstung zum Autobahnparkplatz auf der A9 bestellt werden, auf den die Ladung umgeladen werden kann.

The Firma Alpha beauftragt dazu die Firma Echo, die allerdings teurer ist als Firma Charlie. Der Kran-Unternehmer, Firma Delta, wird beauftragt, einen Kran mit ausreichender Hebekraft ebenfalls auf den Parkplatz zu schicken. Zusätzlich wird eine Mannschaft der Firma Alpha, bestehend aus 4 Mann plus Logistikleiter, zum Autobahnparkplatz in Marsch gesetzt. Einige Stunden später meldet sich der Projektleiter von Firma Bravo beim Vertrieb von Fa. Alpha und fragt nach, wo denn die Teile bleiben.

Der Projektfortschritt kommt in Verzug, was gegebenenfalls zu Konventionalstrafen führen könnte.

Soweit zur Situation. Nun gilt es zu klären, was ist schiefgelaufen und was hätte besser/anders gemacht werden müssen.

  1. Bei einem Transportauftrag müssen nicht nur die Kosten geklärt werden, sondern auch und vor allem:
    a) Was für ein Fahrzeug ist notwendig
    b) Welche Sicherungsmittel erforderlich sind
    c) Wer muss die erforderliche Ausnahmegenehmigungen beschaffen
    d) Wer kommt für die Kosten auf, wenn a, b und c nicht den Vorschriften entsprechen
  2. Die Verladung muss in eine zweckmäßige Organisation eingebunden sein. Dazu ist ein Verantwortlicher zu benennen. Der Verantwortliche gegenüber dem Gesetzgeber ist der Unternehmer/Geschäftsführer. Sofern es einen Logistikleiter (oder vergleichbar) gibt, sollte die Verantwortung per Bestellung auf ihn übertragen werden. Der Staplerfahrer Klaus kann auf alle Fälle nicht die verantwortliche Person sein, welche den Geschäftsführer vertritt. Es muss auch eine Verladeanweisung geben, aus der die Methode und Art der Ladungssicherung hervorgeht. Sie muss so ausgeführt sein, dass die zu erwartenden Kräfte, wie sie in der VDI-2700/EN-12195-1 vorgegeben sind, kompensiert werden. Eine Berechnung zum Nachweis der Überlegungen wäre ebenfalls sinnvoll. Darüber sollte es auch ein Protokoll geben, falls die Transportversicherung Fragen hätte. Es kann auch zweckmäßig sein, eine Fotodokumentation anzufertigen.
  3. Beim Eintreffen des LKW muss eine Eingangskontrolle erfolgen, um zu sehen, ob das Fahrzeug den Anforderungen entspricht. Dazu ist eine Checkliste sinnvoll, in der alle Prüfpunkte enthalten sind. Falls es relevante Negativpunkte gibt, ist die Beladung abzulehnen und der Frachtführer/Spediteur hat auf eigene Kosten ein Ersatzfahrzeug zu beschaffen.
  4. Durch eine Ausgangskontrolle muss sichergestellt werden, dass der Transport erst dann das Werksgelände verlässt, wenn er in allen Einzelheiten den Vorschriften entspricht.
  5. An welcher Stelle könnten Regressforderungen entstehen:
    1. Der Transportunternehmer, Fa. Charlie, könnte seine Zusatzkosten geltend machen, weil das tatsächliche Anforderungsprofil nicht bekannt war bzw. nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht wurde.
    2. Das Kranunternehmen, Fa. Delta, könnte die nutzlos verstrichene Zeit in Rechnung stellen.
    3. Der Kunde, Fa. Bravo, könnte die an ihn gerichtete Konventionalstrafe an den Lieferanten, Fa. Alpha, durchreichen.

Die Erfahrungen von mehr als 25 Jahren in diesem Umfeld zeigen, dass bei den meisten Unternehmen, unabhängig von der Branche, die größten Probleme in Punkt 2 zu finden sind.

Eine der Rechtsgrundlagen ist der §130 Ordnungswidrigkeiten-Gesetz (OWiG) „Verletzung der Aufsichtspflicht in Betrieben und Unternehmen“.

In Gerichtsurteilen, die naturgemäß nicht immer veröffentlicht werden, gibt es Hinweise auf Lösungsansätze. Ein Suchbegriff im Internet-Browser heißt „Organisationsverschulden“.

Hier sind etliche Informationen zu finden, die sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen.

Dieser gemeinsame Nenner heißt:

The Aufsichtspflicht wird erfüllt durch

– Schaffung einer geeigneten Betriebsorganisation durch Aufgabendefinition,

– Aufgabenübertragung auf geeignete Personen,

– ordnungsgemäße Anleitung des Weisungsempfängers sowie

– angemessene Verlaufskontrolle und

– Überwachung der Delegationsempfänger.

Alle Schritte einschließlich der Überwachung sind zu dokumentieren, um dem Betroffenen und seinem Verteidiger im Falle eines Falles das Leben leicht zu machen.

(Source: Beschluss des OLG Jena vom 02. November 2005 – 1 Ss 242/05 Quelle: NStZ 2006, 533 notiert von Frank, UmwStr-012 – 01/07)

Der BGH hat in dem Urteil „1. BGH 25.03.04 – I ZR 205/01 – transpR 04,309ebenfalls interessante Aussagen zu diesem Thema gemacht. Beim Lesen von Urteilen kommt es immer darauf an, unabhängig vom konkreten Anlass, die wesentlichen Aussagen zu filtern und auf die eigene Situation zu übertragen.


Diese Gedanken möchte ich jeder Person, welche an verantwortlicher Stelle eingesetzt ist, unabhängig von der Organisationsebene, ans Herz legen.

Your Sigurd Ehringer.


LogistikzentrumLogistics at Rothschenk - G&H GmbH Rothschenk


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Learning Video 6 (german) - Lashing Straps - NOW FREE!

Do you know the Rothschenk Academy? One of the load securing seminars that can be booked online on our store is dedicated to this topic: Load securing in the truck

We have decided to make one of the 9 instructional videos free to provide you with up-close instruction on load securing on the truck.

In video number 6 the Industrial master motor transport and driving instructor Christian Schmid the aspect lashing straps.

Covered in the free learning video:

Minute 0:36 Distinguishing features
Minute 2:35 The label and its indications
Minute 4:52 Tear tests in the test center
Minute 14:05 Application notes
Minute 17:13 Monitoring the safety means

What is the difference between compression and long lever pull ratchet? Does a knot in the webbing weaken the lashing strap? What is a pretensioning force? And what is the discard age of a lashing strap, i.e. when does it need to be replaced?

A cool mix of theory and practice directly on the truck, along with sequences straight from the Rothschenk Test Center will provide you with first-hand professional knowledge on this important topic.

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Picture company building Rothschenk
Eine Mitarbeiterin der G&H GmbH Rothschenk näht ein Gurtband an einen Stausack.

On our own account:
Rothschenk. That's us.

Rothschenk is a manufacturer of load securing equipment for overseas containers. In the tranquil town of Aub in central Franconia, we develop, test and sell our own load securing equipment such as dunnage bags/padding, Lashing restraint systems, Edge Protectors, Anti-slip Mats, Lashing Straps and drum securement. You can get a small insight into our product world in our Online Shop: [R] SHOP24.

We develop for our customers, to whom also large corporations e.g. from the CHEMICALS-, BEVERAGES- and Automotive industry belong, individual load securing. Therefore we are used to come up with new products and solutions in our own research and test department.

We stand for quality "Made in Germany„. Not only in development, but also in production. Because we are the only manufacturer for load securing with our own production site in Germany. Real "Made in Germany" even.


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We will, of course, respond promptly and professionally. Your Rothschenk Team


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